Weltsprache Esperanto

Unter dem Pseudonym Doktor Esperanto veröffentlichte Ludwig Lejzer Zamenhof, ein polnischer Augenarzt, vor 125 Jahren das erste Lehrbuch für eine universelle Weltsprache, die später Esperanto hieß. Das erste Wörterbuch enthielt 1.000 international verwurzelte Begriffe einer Sprache, die heute von bis zu drei Millionen Menschen gesprochen wird. Das Ziel von Esperanto war eine weltweit funktionierende Völkerverständigung in einer Sprache, die leicht erlernbar ist aufgrund einfacher Wortkombinationen und einer regelmäßigen Grammatik. Sprachrhythmisch sei sie zwischen Italienisch und Russisch zu verorten. Die erste Erzählung in Esperanto, geschrieben von Nikolai Borowko, kommentierte Zamenhof selbst mit den Worten: „Ein empfindsamer Charakter fühlt in einer großen Stadt das schwere Unglück der Sprachenvielfalt und wird bei jedem Schritt aufs Neue davon überzeugt, dass die Verschiedenheit der Sprachen als einziger oder doch zumindest hauptsächlicher Grund für die Spaltung der menschlichen Familie in feindliche Teile angesehen werden muss.“ Für den britischen Programm-Entwickler Gavan Fantom, der mit Esperanto als zweiter Muttersprache bereits in dritter Generation aufwuchs, ist Esperanto unter anderem vorteilhaft, weil die Sprache Diversität ins Leben und Menschen zueinander bringe. Die englische Sprache als globale, universelle Sprache zuzulassen, hält Fantom für problematisch: „Englisch ist eine politische Sprache. Muttersprachler haben ein Privileg gegenüber Nicht-Muttersprachlern. Und die englische Sprache ist verbunden mit der Politik mächtiger Nationen, die zu Ressentiments gegenüber dieser Sprache führt.“ Infobrief VDS mit Quellenhinweis www.maerkischeallgemeine.de (21. Juli 2012)

Keine aussterbende Sprache

  • Zu den aussterbenden Sprachen gehört Esperanto nicht. Nach einem aktuellen EU-Bericht zur Mehrsprachigkeit sprechen weltweit zwischen 200 000 und drei Millionen Menschen diese Sprache – die Differenz erklärt sich daraus, dass Esperantisten meist keine öffentlichen Kurse besuchen, sondern sich die Sprache selbst beibringen.
  • Radio Vatikan sendet auf Esperanto, im Internet bietet Firefox Esperanto als Auswahlsprache.
  • Eine umfangreiche Esperanto-Literatur gibt es ebenfalls, 1993 wurde das Esperanto-PEN-Zentrum als Sektion in die internationale Schriftstellervereinigung P.E.N. aufgenommen.nm

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