Unaufdringlich, aber eindringlich:
Das Museum Biberach

museumbiberach[…] Die verbleibende Zeit meines Aufenthalts bleibe ich im Museum Biberach hängen. Ich bin fasziniert, wie es hier einer kleinen Stadt gelingt, ganz unaufdringlich, aber vielleicht gerade deshalb umso eindringlicher ihre geschichtliche Vergangenheit jungen und älteren Besuchern von heute nahezubringen, darunter auch die trübe Zeit des Nationalsozialismus.

Mit Erstaunen nehme ich sodann zur Kenntnis, dass das Museum Biberach eine bedeutende Sammlung des Malers Ernst Ludwig Kirchner beherbergt, weil dessen jüngerer Bruder Hans Walter infolge der Kriegs- und Nachkriegswirren auf Umwegen von Berlin nach Biberach verschlagen wurde. Bruder. Viele kennen wohl das Kirchner Museum Davos. Aber wer weiss schon, dass sich das Ernst Ludwig Kirchner Archiv in Wichtrach (zwischen Bern und Thun) befindet? Ich jedenfalls wusste das vorher nicht …

Ich habe aber nicht mehr viel Zeit und lasse für einmal die schönen Künste beiseite, um noch einen kurzen Blick in die aktuelle Sonderausstellung „Schwäbische Eisenbahn“ zu werfen (sie dauert noch bis zum 6. Januar 2014). Lustige Schienen-Kleber am Fussboden leiten die Besucher sicher in die oberen Etagen, wo sich die sehenswerten Exponate zur Geschichte der berühmten alten Eisenbahn befinden.

Ich lasse zum Ausklang einen Ausschnitt aus dem berühmten Lied über die Schwäbische Eisenbahn folgen. Da geht es um das ebenso ulkige wie traurige Erlebnis eines uner-fahrenen Bäuerleins, das seinen Geissbock am hintersten Wagens angebunden hatte und am Ende der Fahrt erschreckt feststellt, dass nur noch dessen Kopf am Seilende hängt … Ich will aber lieber in Dur als in Moll aufhören und zitiere daher aus dem fröhlicheren Anfangsteil des Liedes:

„Auf de schwäb’sche Eisebahne / Wollt amol e Bäuerle fahre; / goht an d Kass‘ und lupft de Hut: / „Oin Buillettle, sind so gut!“

pgw. , 1. Dez. 2013

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