Daesh: Ein Wort im Krieg

Westliche Staatschefs beleidigen die Terrormiliz «IS» mit der Bezeichnung «Daesh». Auch mit Worten wird Krieg geführt – wie soll man die Terrormiliz nennen, um sie nicht aufzuwerten? Und welche Wirkung kann das Wort im Krieg überhaupt haben?

Nach den Paris-Attacken macht ein Begriff die Runde – «Daesh». Watson hat einen Sprachwissenschaftler der Universität Zürich befragt, warum westliche Staatschefs diese Bezeichnung im Propagandakrieg pushen, welche Wirkung ein Wort oder die Sprache in der Politik haben kann und wieso sich die Welt an «Daesh» gewöhnen sollte.

«Daesh» klingt nicht nur wie ein hingespucktes Schimpfwort, sondern kann auch inhaltlich als Beleidigung eingesetzt werden, es hat im arabischen Sprachgebrauch eine stark abwertende Note. Je nach Verwendung kann es sinngemäss unter anderem «jemandem fanatisch seine Sicht aufzwingen wollen», «jemanden niedertrampeln» oder auch «bigott» bedeuten.

«Daesh» ist im Grunde nichts anderes als das Akronym der Bezeichnung «Islamischer Staat im Irak und in Syrien» auf Arabisch: «Ad-Dawla al-Islamiya fi l-Iraq wa-sh-Sham».

In seiner arabischen Doppeldeutigkeit vermag ‹Daesh› im Verlachen einen Zusammenhalt unter den Kritikern des ‹IS› erzeugen.

Lesen Sie hier das Interview mit David Eugster

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