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EUROPA ist unser Haus und DEUTSCH unsere Sprache – Wo wir stehen – Was wir wolle

In Dortmund wurde 1997 der Verein zur Wahrung der deutschen Sprache gegründet, eine «Bürgerinitiative zur Erhaltung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt EUROPAS». Wir werden in den nächsten Nummern über Aktionen dieses Vereins berichten. Heute drucken wir ein Flugblatt ab, in dem der Verein seine Haltung und seine Ziele darlegt.

Europas Charme liegt in der Vielfalt seiner Kulturen und Sprachen; sie droht in einem Meer angloamerikanischen Sprach- und Kulturgutes zu versinken. Denn der Zeitgeist spricht Englisch; er ist aus dem amerikanischen Himmel zu uns herab gestiegen und predigt den Sachzwang von der Globalisierung der Wirtschaft und der Internationalität der Wissenschaft, er singt das Lied vom American Way of Life in der schönen neuen McWorld.

Wir sind mehr als unsere europäischen Nachbarn dieser Faszination erlegen, wir haben den Glauben an die Kraft unserer eigenen Sprache und Kultur verloren und wehren uns kaum gegen deren Überflutung mit angloamerikanischem Sprach- und Kulturgut. Die Schleusenwärter haben die Tore hochgezogen, voran die Lieder- und Werbemacher, sie singen und werben englisch «Its time for a change» und «Come in and find out», aber auch die ehemaligen Staatsunternehmen Bahn, Post und Telekom. Sie muten den Deutschen zu, in ihrem eigenen Land am Service-Point Tickets für den InterCity Night zu kaufen, Calls statt Gespräche zu führen und Lucky Packs zu verschicken, Fernsehreporter füttern sie mit Highlights und German Open; sie irren durch die Regalreihen des Drogeriemarktes und finden nur noch Lotions und moistures.

Wir meinen, es ist in der Tat «Zeit für einen Wechsel», hin zu mehr Selbstbesinnung und Selbstvertrauen. Der «Verein zur Wahrung der deutschen Sprache» will dazu einen Beitrag leisten. Er wurde Ende November 1997 in Dortmund gegründet – und zwar nicht von Germanisten oder Menschen aus sprachnahen Berufen, sondern von dem Mathematiker Walter Krämer, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik. Auch andere Vereinsgründer und Vorstandsmitglieder sind nicht als Germanisten tätig, sondern beispielsweise als Ökonomen, Ingenieure oder Juristen. Der Verein wächst schnell, er hat heute schon über 3500 Mitglieder in der ganzen Bundesrepublik, das Spektrum seiner Mitglieder reicht vom Facharbeiter und der Hausfrau bis zum Professor und zur stellv. Vorsitzenden einer grossen Volkspartei – in der Altersstruktur von 16 bis zu 90 Jahren.

Wir wollen als Anwalt der deutschen Sprache auftreten und der verbreiteten Tendenz entgegenwirken, dass eine Sprachneuheit schon deshalb als überlegen angesehen wird, weil sie von jenseits des Atlantiks kommt. Wir sind keine Puristen, die sich gegen alle Fremdwörter wenden, auch wenn sie eine Bereicherung unsrer Sprache darstellen.

Wir wenden uns vornehmlich gegen die Übernahme von überflüssigen englischen Bezeichnungen und Redewendungen in den Medien, der Werbung und bei den Bezeichnungen von Waren und Dienstleistungen.

Wir treten für mehr Achtung aller Menschen ein, die Deutsch als Muttersprache haben und von denen sich viele ausgegrenzt fühlen, weil sei kein oder nur ungenügend Englisch gelernt haben, um das Englisch der Mischmaschsprache zu verstehen.

Wir machen mit Zeitungsartikeln der Bevölkerung bewusst, dass sie auf dem Wege ist, ihre Sprache und damit ihre Identität preiszugeben, wir prangern die an, die sich opportunistisch aus der deutschen Sprache verabschiedet haben und vergeben Negativpreise für die grössten Vergehen an unserer Sprache, zum Beispiel den «Sprachverhunzer des Jahres».

Wir rufen nach einem neuen Zeitgeist, einem, der aus dem europäischen Himmel kommt und auch uns Deutsche zu einem gesunden Sprach- und Kulturpatriotismus zurückführt, wie ihn unsere französischen Freunde nie verloren haben.

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