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Wie die Alten sungen, so (sollten) zwitschern die Jungen…

…ich stand während 42 Jahren im Schuldienst. Es braucht (heute) aber die Kraft, manchen Experimenten energisch entgegenzutreten. Ich danke den Zürcher Kolleginnen und Kollegen für den Mut, sich gegen unvernünftige Neuerungspläne einzusetzen.

Hanni Schmid-Scholl, Pieterlen BE
(Leserbrief)

Auf die ethischen Werte besinnen!

Ich bin eine 84jährige ehemalige Lehrerin aus dem bernischen Seeland und stand während 42 Jahren im Schuldienst. Meinen Beruf übte ich mit Begeisterung und Hingabe aus. Die Lehrpläne waren sehr weitherzig und liessen den Lehrenden viel Freiraum für die persönliche Führung der Klasse. Die Berner Schule galt während vieler Jahre als die freiheitlichste Volksschule.

Leider hat der gute Ruf in den letzten Jahren viel von seinem Glanz verloren. Statt für ihre Klasse voll und ganz verantwortlich zu sein, muss die Lehrkraft ihre Kompetenzen mit andern Personen teilen. Mit dem Verlust der einheitlichen Leitung besteht die Gefahr der Zersplitterung. Vieles wird begonnen, wenig vollendet. Damit ein junger Baum richtig wachsen kann, braucht er eine starke Stütze. Erst danach soll er sich frei entfalten können. Allzu viele Hilfsmittel lassen die Schüler bequem werden, lassen die eigene Initiative sterben, verzetteln die Kräfte.

Es wäre dringend nötig, wieder geradliniger nach den wichtigsten Zielen zu streben. Statt nach der bestmöglichsten materiellen Rendite zu suchen, müsste man sich auf die ethischen Werte besinnen. Dazu braucht es aber die Kraft, manchen Experimenten energisch entgegenzutreten.

Ich wünsche den zürcherischen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern die Kraft, im November den überspitzten Forderungen gewisser Neuerer die Stirn zu bieten und den übrigen Kantonen die Einsicht, selber zu denken und zu bestimmen, statt Nachahmer zu sein.

Ich danke den Zürcher Kolleginnen und Kollegen für den Mut, sich gegen unvernünftige Neuerungspläne einzusetzen.

Hanni Schmid-Scholl, Pieterlen BE
(Der Leserbrief gibt die Meinung der Verfasserin wieder. D ie Redaktion SKD findet Bedenkenswertes daran und hat das Einverständnis der Autorin zur Veröffentlichung im Internet eingeholt/Zb.)

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