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Die Schweiz ist vierzigsprachig

In der Schweiz sprechen mehr Menschen französisch als noch vor zehn Jahren. Der Anteil der Deutschsprachigen blieb konstant, Italienisch und Rätoromanisch verloren weiter an Terrain. Gesamthaft werden in der Schweiz 40 Sprachen von jeweils über tausend Menschen gesprochen.

(ap) 63,7 Prozent der Menschen in der Schweiz geben Deutsch als Hauptsprache an, wie aus der Volkszählung 2000 hervorgeht. Dieser Anteil blieb gegenüber der letzten Erhebung von 1990 praktisch konstant. Auf dem Vormarsch ist hingegen die französische Sprache. Ihr Anteil stieg innert zehn Jahren von 19,2 Prozent auf 20,4 Prozent. 1,49 Millionen Menschen sprechen vorwiegend französisch, was einer Zunahme von 12,4 Prozent entspricht.

Die Italiener verlassen die Schweiz

An Terrain verloren hat Italienisch, dessen Anteil um 10,1 Prozent auf noch 6,5 Prozent der Einwohner sank. Auch die Erosion des rätoromanischen Sprachgebiets hat sich fortgesetzt, jedoch etwas abgeschwächt. Die Zahl der Menschen mit Rätoromanisch als Hauptsprache ging um 11,4 Prozent auf 35 100 zurück. Im Kanton Graubünden wechselten fünf Gemeinden von mehrheitlich Rätoromanisch auf Deutsch.

Die deutsche Sprache hielt ihr Niveau lauf BFS vor allem dank den zugezogenen Ausländern. Innerhalb der Schweizer Bevölkerung sank der Anteil der Deutschsprechenden. Umgekehrt präsentiert sich die Situation beim Italienisch. Unter der Schweizer Bevölkerung sprachen zwar 20 000 Menschen mehr italienisch. Die Verbreitung der Sprache litt aber am Rückgang in der ausländischen Bevölkerung. Das Französisch nahm hingegen in beiden Bevölkerungsgruppen zu.

Verbesserte sprachliche Integration

Auffällig ist laut BFS die verbesserte sprachliche Integration der ausländischen Wohnbevölkerung, die trotz 40 in der Schweiz gesprochenen Sprachen babylonische Zustände verhindert. Der Anteil der Ausländer, die eine der vier Landessprachen als ihre Hauptsprache angaben, stieg von 56,7 Prozent auf 62,3 Prozent.

Die meisten Ausländer zweiter Generation bezeichnen eine der Landessprachen als Hauptsprache, was das BFS auf die grosse Integrationsleistung der Schulen zurückführt. Trotz des gestiegenen Ausländeranteils blieb der Anteil der Nicht-Landessprachen konstant auf neun Prozent, allerdings in anderer Zusammensetzung.

Slawische Sprachen auf dem Vormarsch

So haben die slawischen Sprachen Spanisch als meistgesprochene Nicht-Landessprache abgelöst. Am meisten zugenommen hat jedoch Russisch, gefolgt von Albanisch und den afrikanischen Sprachen. Der Anteil der Weltsprache Englisch stieg leicht und erreichte 1,0 Prozent. Verbreitet ist Englisch vor allem um die Wirtschaftszentren Zürich, Basel und am Genfersee.

Neue Zürcher Zeitung vom 20.Dez.2002

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