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Zur Sprachenfrage in der Schweiz: regionalisieren oder nicht?

Lesen Sie drei Beiträge zum Thema (gekürzt SKD)1)Frühenglisch wird definitiv
2)Kein Frühenglisch
3)Ruf nach eidgenössischem Volksentscheid
Frühenglisch wird definitiv eingeführt

Beginn in der 3. Primarklasse ab dem Schuljahr 2005/06

Der Bildungsrat des Kantons Zürich hat beschlossen, Frühenglisch ab dem Schuljahr 2005/06 zu generalisieren. Der gezielte Einbau des Englischen, das somit zur ersten vermittelten Fremdsprache wird, soll ab der 3. Klasse einsetzen. Regierungsrat Buschor betont, der Entscheid liege auf der Linie der Deutschschweizer Regionalkonferenzen. Der kantonale Lehrerverband ZLV kritisiert den Beschluss als voreilig.
NZZ, 19. März 2003 (gekürzt SKD)
Kein Frühenglisch

Durchgefallen ist Ernst Buschor gesamtschweizerisch mit seinem Zürcher «Diktat» für das Frühenglisch. Die Behauptung, die Abkehr vom Frühfranzösisch sei kaum mehr umstritten, ist nicht richtig: Viele Kantone halten nach wie vor am Prinzip fest, wonach die erste Fremdsprache die andere Landessprache ist. Wieso sind viele Nachbarkantone in der Ost- und Zentralschweiz Zürich gefolgt? Der Erziehungsdirektor des Kantons St. Gallen hat als Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz offen erklärt, dass dies weitgehend auf eine gewisse Abhängigkeit vom Kanton Zürich im Bildungssektor zurückzuführen sei. Auch St. Gallen habe sich anpassen müssen, obwohl für es Frühfranzösisch richtig wäre.

Die Kantone der Suisse romande sowie die Kantone an der Sprachgrenze beurteilen nach wie vor das Zürcher «Diktat» als Affront für die grosse französischsprachige Minderheit unseres Landes. Dies ist eine Verletzung der Spielregeln im Zusammenleben der multikulturellen Schweiz.

Wäre es in der Nach-Buschor-Zeit im Kanton Zürich nicht ratsam, die Frühenglisch-Frage grundlegend neu aus gesamtschweizerischer Sicht zu überprüfen? Man könnte damit einen Beitrag zum Abbau des weit verbreiteten Anti-Zürich-Reflexes in der Schweiz leisten.

Leserbrief von Robert P. in der NZZ am Sonntag vom 16. März (gekürzt SKD)
Ruf nach eidgenössischem Volksentscheid
stü. Eine aus dem überparteilichen Komitee gegen das neue Volksschulgesetz hervorgegangene «Arbeitsgemeinschaft für praxisbezogene Schulreformen» ist mit schulpolitischen Vorschlägen an die Öffentlichkeit getreten.

Die Arbeitsgemeinschaft wird von Kantonsräten
angeführt, die sich bereits gegen das an der Urne gescheiterte
Reformpaket von Bildungsdirektor Ernst Buschor ausgesprochen hatten.

Die Arbeitsgemeinschaft fordert in einer Medienmitteilung den Verzicht auf
die Einführung einer zweiten Fremdsprache auf der Primarstufe. Die
«teilweise bedenklichen Leistungen in der deutschen Sprache geben keinen
Anlass, die Kinder in der Primarschule mit einer zweiten Fremdsprache zu
belasten», heisst es in der Mitteilung. Ob es sich bei der einen zu
lehrenden Sprache um Englisch oder Französisch handeln soll, müsse in
einem gesamtschweizerischen Volksentscheid ermittelt werden.

Neue Zürcher Zeitung vom 11.März 2003 (gekürzt SKD)

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