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Fragen und Wünsche an die Sprachpflege

Ich will noch einmal drei Punkte ansprechen, die mir laufend Sorgen bereiten, wenn ich das öffentliche Sprachverhalten hierzulande verfolge. a)Wie ist es um die Effizienz des Vereins bestellt? Mag schon sein, dass es hier und da einen kleinen Erfolg zu verzeichnen gibt. Aber im grossen und ganzen tut sich meiner Beobachtung nach einfach nichts. Im Gegenteil: die kulturelle Demutsgestik (oder, wie Luther sagen würde, „Arschkriecherei“) treibt immer wildere Blüten. Und es ist – öffentlichkeitswirksam gesehen -keine Kraft zu erkennen, die dagegen hält.

b) Liegt es daran, dass die breite Masse mit Sprache ohnehin nichts anfangen kann und will und Stilkritik als Schulangelegenheit ohne jeden Unterhaltungswert ansieht? Oder liegt es vor allem daran, dass man sich gar nicht richtig traut, in die Vollen zu gehen, weil man befürchtet, als chauvinistischer Provinznörgler abgetan zu werden?

c) Natürlich ist der Denglisch-Wahn ein Unding. Aber dieser Bereich ist doch nicht die einzige Krankheit, an der das Deutsche vor sich hinsiecht. Die Verarmung unserer Sprache zeigt sich mindestens genauso schlimm in der syntaktischen Verkümmerung, indem z.B. das Schwinden der Gliedsätze, des Genitivs und der abhängigen Rede einschliesslich Konjunktiv lawinenhafte Fortschritte macht. Jeden Tag (!!) lässt sich das im Fernsehen mit aller Deutlichkeit verfolgen, und dieses Medium hinterlässt die nachhaltigsten Vorbildmuster. Wer stoppt diese Sprachpanscher, die z.B. auch nicht zwischen „abwiegen“ und „abwägen“ unterscheiden können, und das vor Millionen von Nachahmern?

Nach einem BriefINSERT INTO `skd_posts` VALUES(26. März 2003) von R.L. an den VDS, hier in der Bearbeitung für den SKD (gemäss Leitbild 2000 für die Landessprachen, für Sprachpgflege, für mässigen Gebrauch von Anglizismen).

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