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Sprachgewirr

Ob das der Herr gewollt hat, als er die Sprachen der Völker verwirrte,
damit sie keinen Turm in den Himmel bauen konnten? (1. Buch Mose, Turmbau zu Babel)
Inzwischen haben wir das babylonische Sprachgewirr nicht nur unter
Völkern, sondern in der Familie. Englisch, oder besser Denglisch, ist
unseren Kindern längst in Fleisch und Blut übergegangen. Und Grossmutter rätselt, was das heißt, wenn die Enkelin ein Date hat und der Enkel rollerbladen geht.

Stundenlang plärren Radio und Fernseher Schlager, deren Texte reifere
Jahrgänge gar nicht verstehen, weil sie kein Englisch können. Die
Entwicklung wurde in den letzten Jahren so beängstigend forciert, dass
viele Senioren befürchten, abgehängt zu werden. Sie verstehen die Welt
nicht mehr.

Mit Antiamerikanismus hat die Kritik an Anglizismen auch nichts zu tun.
Wir lieben Hemingway, wenn er gut übersetzt ist. Aber viele Anglizismen, die jetzt in der Wirtschaftswelt, im Strassenbild oder in der Werbung auftauchen, sind überflüssig. Sie sind nicht weltmännisch, sondern angeberisch. Sie sind unhöflich und taktlos, weil sie viele Menschen ignorieren, als gäbe es sie nicht.

Vom SKD gekürzte Übernahme des Kommentars von S. Ruckdeschel im
Info VDS vom 19. März 2003

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