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Hat Englisch schon gewonnen?

Darauf antwortet ketzerisch der irische Diplomat in Berlin, Sean O Riain, jenen, die der Meinung sind, Englisch habe als Weltsprache schon gewonnen, „der Zug sei abgefahren“, wie viele sagen, die noch Sympathie für Esperanto haben.

Als Ire könnte ich anfügen, dass wir Europa vielleicht voraus sind, weil wir alle schon fliessend Englisch sprechen und die Mehrheit die eigene irische Sprache seit vier Generationen vergessen hat. Dennoch kämpft eine starke Bewegung für das Irische und akzeptiert die Behauptung nicht, das Englische habe bereits gesiegt.

Nationalsprachen sind den Tieren ähnlich und Englisch, im Moment die stärkste, dem Löwen. Englisch international zu akzeptieren, nur weil die Dominanz real ist, käme einer Situation gleich, dass alle Tiere im Zoo herumlaufen, weil die Käfige aufgebrochen sind. In diesem Fall wäre es sicher, dass der Löwe die anderen Tiere auffrisst, wie die Verdrängung aller übrigen Sprachen sicher wäre, falls der jetzige internationale Vormarsch des Englischen ungezügelt weiterginge.

Es ist scheinheilig, so zu tun, als ob man das nicht verstünde: „Ach wie traurig, dass die anderen Tiere = Sprachen nicht stark genug waren, um mit dem Löwen = Englisch im freien Markt zu konkurrieren. Ihr Sterben ist nur der Beweis für die Überlegenheit des Löwen = Englisch.“ Wenn wir es mit riesigen Machtunterschieden zwischen Sprachen zu tun haben, ist es das Gesetz, das befreit und ist es die ungezügelte Freiheit, die unterdrückt.

Englisch als internationale Sprache ähnelt dem ersten Auto aus industrieller Produktion, dem „modellT Ford“ (Tin Lizzy). Es stellte eine um vieles bessere Möglichkeit dar im Vergleich mit früher. Aber wer möchte heute seinen neuen BMW gegen ein Modell T Ford tauschen? Esperanto als internationale Sprache (und ich betone „internationale“, es braucht für andere Anwendungen nicht zu stimmen), ist nach wie vor der modernste BMW.

Englisch gleicht einer roten Rose, einer schönen und hochgeschätzten Blume. Aber wer hätte schon gern einen Garten voller roter Rosen, mit keinen andern Blumen? Zu so einem sprachlichen Garten führt die ungeregelte internationale Verwendung des Englischen.

Auch Französisch hat vor einem Jahrhundert „gewonnen“. Latein vor 2000 Jahren und wo ist es jetzt? Trotz dem „Sieg“ des Englischen muss man, um mit China Handel zu treiben, Chinesisch lernen.

Sean O Riain ist Präsident der europäischen Esperanto-Union

(zugesandt)

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