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Gegen Anglizismen – Franglais

Vorstoss im Kanton Genf Eine Gruppe Kantonsparlamentarier hat dem „Franglais“ den Kampf angesagt. Per Gesetz wollen Politiker von fünf verschiedenen
Parteien erreichen, dass zumindest die Behörde die Anglizismen aus ihrem Sprachgebrauch verbannt.

„Unique airport“ oder „Lucerne Festival“: Was in „Down Town Switzerland“ oder an anderen Orten der Deutschschweiz, wo Frühenglisch den Ton angibt, fast niemanden mehr aufhorchen lässt, treibt in Genf Politiker noch auf die Palme. .

„Geneva Palexpo“ sei der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe, sagte SVP-Grossrat Claude Marcet bei der Präsentation des Gesetzentwurfs in Genf. Artikel 1 des Gesetzes verlangt denn auch die Förderung des Französischen sowie dessen Schutz vor „anglo-amerikanischen“ Begriffen. .

„Man hat ein Computer-Problem mit Internet, wird deshalb vom Call Center mit dem Help-Desk verbunden, das sich der Sache online annimmt, was der User dann Cash oder per Postcard begleichen kann.“ Solches klingt fürchterlich in den Ohren von SP-Grossrat Christian Brunier. .

Deshalb habe er sich mit weiteren Politikern aus verschiedenen Parteien zusammengetan, um den Gesetzesentwurf auszuarbeiten. Lediglich eine Motion einzureichen, wäre sinnlos gewesen, da diese vom Staatsrat sofort ad acta – sprich: ins Altpapier – gelegt würde, wie Brunier sagte. .

Mit Bussen gegen Gesetzesverstösse sei aber nicht zu rechnen, das Gesetz sei nicht repressiv gedacht. Was es brauche, seien klare Direktiven. Etwa in der Art, wie die Verwendung der männlichen und weiblichen Form zum Beispiel bei Stelleninseraten ganz alltäglich geworden sei, sagte Brunier.

Betroffen vom Gesetz wären auch Schulen und Universität sowie öffentlich-rechtliche Stiftungen. Aber auch Unternehmen wie die Kantonalbank hätten wegen der vielen englischen Berufstitel ihrer Branche einiges an Übersetzungsarbeit zu leisten. .

Dem Gesetzesentwurf steht nun der Gang durch die Kommissionen bevor. Auch die betroffenen Institutionen werden sich vernehmen lassen, bevor die Vorlage in den Grossen Rat kommt.

(Tagespresse Schweiz), August 2005) .

(skd) Wer hierzulande für seine eigene Sprache und Kultur einstehen will, steht vor der Frage, wie er zu Franglais in der Romandie oder zu Denglisch in der Deutschschweiz steht. Am vorgeschlagenen Gesetzesweg könnte auch der Genfer Vorstoss scheitern. Sprachgesetze sind verpönt.
Der SKD verfolgt deshalb aufmerksam die weitere Entwicklung und hofft auf eine Lösung, die den Menschen und ihrer (Mutter)Sprache hilft – gar einen Weg auch für andere Kantone aufzeigt?. Denn nicht wahr, die Anglo-Amerikanisierung hält nicht an Grenzen.
Wir müssen bei uns selber anfangen. Haben Sie schon versucht, denglische Ausdrücke zu meiden ? Freuen Sie sich des wachsenden Erfolgs, Ihr Redaktor hat’s wieder und wieder ausprobiert.

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