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Ein Sprachmix

Deutsch ist leider nicht mehr selbstverständlich, vor allem für eine „Elite“ in unserer Wirtschaft, in der Werbung und zum Teil in den Medien, die unsere Sprache bedenkenlos einem einseitigen Globalisierungsmodell opfern, denn sie möchte Schülern und Studierenden das Gefühl für die eigene Sprache durch einen Sprachmix abgewöhnen und sie von der Grundschule an in allem Zukunftsträchtigen auf englisch ausbilden lassen. Dann kann das Berufsleben soweit wie möglich auf englisch stattfinden (was auch das Ubernahme- und Börsenkarussell und Verlagerungen ins Ausland erleichtert). Ein Übermaß von Englisch im öffentlichen Leben, und sei es nur von Schlüsselbegriffen, entwertet die Landessprache – als nicht mehr zum Ausdruck des Neuen fähig.
Dabei sind die Macher so dreist, ihr Tun als normale Sprachentwicklung, gegen die anzugehen sinnlos wäre, zu verkaufen. Das Mannheimer Institut für deutsche Sprache erklärte in einem Memorandum bereits 2001: „Der Fortbestand und die sprachtypische Weiterentwicklung. des Deutschen wie auch anderer europäischer Sprachen sind nicht längerfristig gesichert“ und befürwortete Gegensteuerung, wenn man die Dinge nicht in wirtschaftsliberaler Gelassenheit sich selbst überlassen wolle. Fürchten muß man sich vor Konzernlenkern, die im Interesse reibungslos funktionierender Warenströme und Finanzmärkte unsere Grundlagen (Sprache als Hauptmerkmal des Landes) aushebeln.

Dr. Werner Voigt, Hamburg

Leserbrief in der F.A.Z. vom 8. Aug. 2006 (gekürzt skd)

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