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Kulturpreis Deutsche Sprache

Günter de Bruyn ist Jacob-Grimm-Preisträger

(Kassel) Die Träger des Kulturpreises Deutsche Sprache sind 2006 der Schriftsteller Günter de Bruyn und die Weleda AG. Der Preis wird von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache (Dortmund) für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben.

Günter de Bruyn (geboren 1926) erhält den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache für seine Verdienste als Schriftsteller, Bibliothekar und als Herausgeber. Er gehörte zu den maßgeblichen Autoren der DDR und hat sich in seinem Werk nicht selten kritisch oder ironisch mit dem Leben der Intelligenz in der DDR auseinandergesetzt. Als er 1989 mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet werden sollte, lehnte er diesen ab. „De Bruyn hat nach der Wende in seinen Essays und Erzählungen die geistige und sprachliche Einheit des Landes befördert“, begründete der Sprecher der Jury, der Bamberger Germanist Helmut Glück, die Entscheidung. De Bruyn handhabe die deutsche Sprache virtuos, und vielfach sei sie ihm nicht nur das Mittel des Ausdrucks, sondern auch der Gegenstand der Reflexion. Verdient gemacht habe sich de Bruyn auch als Herausgeber zahlreicher Autoren des 18. und des 19. Jahrhunderts. Die Laudatio wird der Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Wolfgang Thierse, halten; als Germanist ist er mit dem Werk de Bruyns hervorragend vertraut.
Nach Rolf Hochhuth im Jahr 2001 ist de Bruyn der zweite Schriftsteller, der mit dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache ausgezeichnet wird. „De Bruyn ist ein meisterhafter Erzähler, der Alltägliches ebenso eindrucksvoll beschreibt wie bewegende Momente der Geschichte“, sagte Glück. De Bruyn kritisiere außerdem die unnötige Verwendung von Anglizismen durch Personen, die „von Schönheit und Prägnanz einer Sprache“ nichts verstünden, wie er in seinem Buch UnzeitgemäßesINSERT INTO `skd_posts` VALUES(2001) schreibt.

Der Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache ist mit 35.000 Euro die am höchsten dotierte Auszeichnung für sprachliche Verdienste in Deutschland. Die bisherigen Preisträger waren Rolf Hochhuth, Ludmila Putina, Christian Meier, Vicco von Bülow alias Loriot und Paul Kirchhof.

Den undotierten Institutionenpreis Deutsche Sprache erhält 2006 die Weleda AG (Schwäbisch-Gmünd) für eine klare und verständliche Verwendung der deutschen Sprache bei der Verbraucherinformation. „Die Weleda AG vermittelt in ihrem Auftreten nach außen den Eindruck, daß die Beschreibung ihrer Produkte nichts verschleiern soll, sondern den Käufer zur Bildung eines eigenen Urteils anregen will“, begründete die Jury ihre Entscheidung. Das 1921 gegründete Unternehmen ist heute weltweit führender Her-steller von ganzheitlicher Körperpflege- und Arzneimitteln für die anthroposophische Therapierichtung.

Die Preise werden am 21. Oktober in Kassel überreicht werden.
Nähere Informationen sind erhältlich beim Sprecher der Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache, Prof. Dr. Helmut Glück (Universität Bamberg, Tel.: 0951-863-2239), und im Internet: www.kulturpreis-deutsche-sprache.de.

(skd) Der Sprachkreis Deutsch möchte an der Preisübergabe vertreten sein. Interessenten aus den Reihen der Mitglieder oder der Abobezüger unserer „Mitteilungen“ melden sich bis spätestejns 20. September 2006 bei <info@sprachkreis-deutsch.ch>. Sie reisen auf eigene Kosten. Eine festzulegende Pauschalentschädigung an die Hotelkosten für eine Übernachtung kann nachträglich gegen Vorlage der personalisierten Rechnung erfolgen (Kontoangabe erforderlich).

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