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Sprachen sind vom Aussterben bedroht

Forscher suchen in gefährdeten Gebieten nach letzten Überlebenden

Von den 7.000 unterschiedlichen Sprachen, die heute weltweit gesprochen werden, dürfte etwa die Hälfte dieses Jahrhundert nicht überleben. Alle zwei Wochen verschwindet eine von ihnen aus dem Sprachgebrauch, warnen Wissenschaftler. Eine neue Studie zeigt nun die fünf Regionen, die vom Aussterben der Sprachen am
stärksten betroffen sind. Jedes der Gebiete, die sich in Australien,
Amerika und Asien befinden, beherbergt indigene Völker mit einer ständig
sinkenden Vielfalt an Sprachen. „Mehr als die Hälfte der Sprachen hat
keine Schrift und ist deshalb besonders gefährdet in Vergessenheit zu
geraten“, erklärt David Harrison, der sich der Bewahrung und Dokumentation der aussterbenden Sprachen verschrieben hat, gegenüber der
New York Times
von ihnen aus dem Sprachgebrauch, warnen Wissenschaftler. Eine neue
Studie zeigt nun die fünf Regionen, die vom Aussterben der Sprachen am
stärksten betroffen sind. Jedes der Gebiete, die sich in Australien,
Amerika und Asien befinden, beherbergt indigene Völker mit einer ständig
sinkenden Vielfalt an Sprachen. „Mehr als die Hälfte der Sprachen hat
keine Schrift und ist deshalb besonders gefährdet in Vergessenheit zu
geraten“, erklärt David Harrison, der sich der Bewahrung und
Dokumentation der aussterbenden Sprachen verschrieben hat, gegenüber der
New York Times.

Der Norden Australiens, das zentrale Südamerika, die Küstengebiete im
Nordwesten der USA, der Osten Sibiriens und die US-Bundesstaaten
Oklahoma, New Mexico und Texas sind vom Verschwinden der Sprachen
besonders stark betroffen. Im Rahmen eines langfristigen Projekts bereist
Harrison diese Regionen und versucht die wenigen verbleibenden Menschen
zu finden, welche die gefährdeten Sprachen beherrschen. Die entsprechende
Dokumentation des aussterbenden Wissens beinhaltet mehrere hundert
Stunden an Sprachaufzeichnungen und das Festhalten der jeweiligen
Grammatik.

In Australien ist fast jede der 231 gesprochenen Sprachen vom Aussterben
bedroht. Vergangenen Juli hätte er den letzten und einzigen Menschen
getroffen, der die Sprache Amurdag spricht, so Gregory D. S. Anderson,
Direktor des Living Tongues Institute. „Das ist eine Sprache, die wir
vermutlich nicht zurückbringen können, aber wir haben zumindest
Tonbandaufzeichnungen gemacht.“ In Südamerika werden die Sprachen der
Minderheiten durch Spanisch, Portugiesisch oder stärker verbreitete
indigene Sprachen verdrängt. Die Existenz einer Geheimsprache, die von
den Ureinwohnern in der Medizin verwendet wird, zeigte den Forschern
jedoch, dass in Einzelfällen auch Sprachen, die nur von kleinen
Minderheiten gesprochen werden, die Jahrhunderte überstehen können.

Sowohl im Nord- als auch im Südwesten der USA bedroht Englisch sämtliche
indigenen Sprachen. Das langfristige Überleben der 54 Sprachen der
Ureinwohner in British Columbia, Washington und Oregon ist fraglich. Auch
in Oklahoma, Texas und New Mexico geraten vierzig Sprachen, die durch das
Einsperren der Ureinwohner in Reservate in die Bundesstaaten gebracht
wurden, immer mehr in Vergessenheit. In Sibirien wurden die Ureinwohner
vom Staat gezwungen, einheitlich die Nationalsprache zu benutzen.
Weltweit würden heute 83 Sprachen von 80 Prozent der Menschen gesprochen
– alle anderen sterben schneller aus als Tier- und Pflanzenarten, so
Harrison.

http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=070919017
pte070919017, pte.monitor: Sprache
Medien/Kommunikation, Forschung/Technologie

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