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Wir sprechen sometimes auch german

Es geschah vor einigen Monaten bei einer von der Bubenberg¬Gesellschaft organisierten Veranstaltung des «Sprachkreises Deutsch» (www.sprachkreis-deutsch.ch). Ein Herr im Publikum äusserte den Verdacht, dass der amerikanische Geheimdienst CIA bewusst die Sprachen der Welt mit Anglizismen unterminiere, um so den Einfluss des American Way of Life auf perfide Weise zu festigen. Vorher hatte sich der Referent Dr. Horst Hensel «in äusserst korrektem Deutsch und auf sehr gediegene Weise» (so vermerkt das Protokoll) mit dem «Missbrauch des Englischen» auseinandergesetzt. Die Verarmung der deutschen Sprache veranschaulichte der Sprachpfleger am Beispiel des englischen Ausdrucks «sexy» für eine attraktive Frau; er rief den Anwesenden all die feinen Differenzierungen im Deutschen in Erinnerung, von «verführerisch» über «anmutig» und «bezaubernd» bis zu «hinreissend». Mit einem hinreissenden Service wartet der «Sprachkreis Deutsch» auf seiner Homepage [Startseite, meint der SKD] auf: dem aktuellen «Anglizismenindex 2010» mit Suchfunktion. Den jeweiligen englischen Wörtern wird das deutsche Pendant (sorry: französisch) gegenübergestellt; zusätzlich sind die englischen Begriffe in vier Statusgruppen unterteilt: Von 0 (Eigennamen), über 1 (ergänzend), 2 (differenzierend) bis zum vorherrschenden «bad guy» 3 (verdrängend). Verdrängend ist etwa «fantasy» für «Märchen, Fabelwelt» und «keynote speaker» für Hauptredner. Den «Bluejeans» (Niethosen) und dem «Babyphon» (Säuglingswächter) wird dagegen Status 1 zugebilligt. Check it out!reicht.

Kompass, Alexander Sury „Der Bund“, 12. April 2010

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