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Die Schweiz das Viersprachenland?

Das Projekt „ Begegnung der Sprachen“ will die Sprachgrenzen hinter sich lassen und den Kontakt junger Menschen aus allen Sprachregionen fördern. Vom 12. Juli bis 15. August können Interessierte die vier Sprachregionen durchwandern und spielerisch das Schweizer Phänomen der Viersprachigkeit sowie die kulturelle Vielfalt unseres Landes hautnah (er)leben.

„Du kommst aus der Schweiz? Dann sprichst du bestimmt viele Sprachen!“ – Dieser Vorstellung begegnen Schweizerinnen und Schweizer immer wieder im Ausland. Doch wie sieht es in der Schweizer Heimat aus? Wie intensiv sind der Dialog und das wechselseitige Verständnis tatsächlich? Das Projekt „Begegnung der Sprachen“ begibt sich auf Spurensuche.

Die Idee dahinter ist sehr simpel. Auf einer Wanderung werden alle vier Sprachregionen der Schweiz durchquert. Zwei Gruppen starten in Chancy und Müstair, um sich am 8. August in Engelberg zu treffen und anschliessend gemeinsam nach Bern, in das Herz der politischen Schweiz, zu wandern. Dort endet die Reise am 15. August mit einem grossen Fest auf dem Bundesplatz. Eingeladen, die sprachdurchmischten Gruppen zu begleiten, ist die gesamte Schweiz. Egal, ob für einen Tag, eine Woche oder die gesamte Wanderzeit. Mit Anmeldung oder ganz spontan. Als Höhepunkte während der Wanderung finden acht Projekttage statt, an welchen man Einblicke in die jeweilige Regionalkultur erhält. So werden gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung mitten auf öffentlichen Plätzen Wohnzimmer eingerichtet, die zum gemütlichen Austausch einladen. Ortsansässige Bands, Tanz- oder Theatergruppen werden ihr Können zum Besten geben und die lokalen Handwerker oder Kunstschaffenden laden in verschiedenen Aktivitäten zum Mitmachen ein.

Begegnungen auf gleicher Augenhöhe

Ob Bundesratswahlen oder polemische Debatten über die Beibehaltung der Mundart – die Kommunikation zwischen den Sprachregionen ist ein brisantes und hochaktuelles Dauerthema. Mit Begegnung der Sprachen wollen die jungen Organisatorinnen und Organisatoren bei den Teilnehmenden ein gemeinsames Bewusstsein für die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Schweiz jenseits aller Vorurteile und Sprachgräben schaffen.

Der Bevölkerung soll die Möglichkeit geboten werden, ihre Meinung, ihre Hoffnungen, Ideen aber auch Hemmungen betreffend der Viersprachigkeit und dem Umgang damit zu äussern. „Dabei ist das Ziel, nicht nach Unterschieden zu suchen, sondern die Gemeinsamkeiten zu entdecken“, ist denn auch die Idee von Ramona Schneider, Leiterin der jungen Projektgruppe, welche ihrerseits aus Vertreterinnen und Vertretern aller Sprachregionen zusammengesetzt ist. Der speziell für dieses Projekt gegründete Verein „Get-Together – Begegnung schafft Verständnis“ bildet die Trägerschaft des Projekts und wird dabei von „Infoklick.ch, Kinder- und Jugendförderung Schweiz“, dem Bund sowie verschiedenen anderen Institutionen und Stiftungen unterstützt.

Kaum jemals zuvor gab es die Möglichkeit, die Schweizer Mehrsprachigkeit in solch einer Form und so nahe zu erleben. Die Organisatorinnen und Organisatoren sind darum auch überzeugt, dass Begegnung der Sprachen ein Erfolg wird: „Unsere Rückmeldungen waren bisher stets positiv, und es gibt immer mehr Leute, die Interesse an unserem Projekt zeigen – lasst uns zusammenkommen und ein Volksfest feiern“, so Schneider. Dem viersprachigsten Sommer, den die Schweiz je erlebt hat, scheint also nichts mehr im Wege zu stehen.

Weitere Informationen und die Anmeldung unter www.get-together.ch

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