Die deutsche Sprache und die Schweiz

Auszug aus einer aktuellen Meldung auf Swissinfo anlässlich des Frankophoniegipfels in Montreaux:

Der Schriftsteller und emeritierte Professor für Germanistik der Universität Zürich, Peter von Matt, findet die Idee eines “Commonwealth” für die deutsche Sprache durchaus sinnvoll.

“Die Varianten des von den Schweizern, den Österreichern und den Deutschen geschriebenen Hochdeutschs sind alle eigenständig und gleichberechtigt. Das ist viel zu wenig bekannt”, so von Matt.

Für von Matt ist die “Situation der deutschen Sprache in der Schweiz heute prekärer als zugegeben wird”. Statt Dialekt und Hochdeutsch als eine Muttersprache in zwei Formen zu verstehen, werde der Dialekt zur Muttersprache deklariert und das Hochdeutsche eine Fremdsprache genannt, was jedoch nur für Analphabeten zutreffe.

Die Tendenz, sich um die Hochsprache und ein gutes Deutsch zu drücken, sei gross. “Dieser Ehrgeiz richtet sich heute fast nur auf das Englische. Dabei lebt unsere ganze Kultur von der Teilnahme am grossen deutschen Sprachgebiet”, so von Matt.

Wichtiges Netzwerk

Für von Matt macht ein Frankophonie-Gipfel Sinn. Denn auch die französische Sprache sei von der Entwicklung des Englischen zur Welt- und Wissenschaftssprache vielfach bedrängt und bedroht. Daher seien gegenseitige Aussprachen und Informationen wichtig. “Es braucht tatsächlich Massnahmen, um die Anglisierung der Weltkulturen, die an sich ihren guten Sinn hat, in vernünftigen Grenzen zu halten”, so von Matt.

Auch könne dadurch das Selbstbewusstsein und die Sprachkultur vieler frankophoner Länder oder Provinzen so aufgewertet werden.

Peter von Matt äussert sich anlässlich des Frankophoniegipfels zu Anglizismen und Denglisch (Foto von Matt: Uni ZH)

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