Brüder Grimm: Märchensammler

Sendehinweis betreffend Fernsehen im „Dritten“ SWR (ARD)

Donnerstag, 3. Dez. 23.00 bis 23.45h

Donnerstag, 10.Dez. 23.00 bis 23.45h

Der skd leitet folgende Meldung weiter:

http://www.swr.de/kulturdoku/grimm-maerchen-rotkaeppchen-brueder/-/id=100882/nid=100882/did=5531944/1rnhoz8/index.html

mit vielen freundlichen Grüßen

h.w.

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Dr.Harold Woetzel

SWR Fernsehen (ARD)

Harold.Woetzel@swr.de

skd-Zugabe :Text SWR

Zum 150. Todestag von Wilhelm Grimm (16.Dez.)

Die Brüder Grimm – Märchensammler

Ein japanischer Kult-Regisseur inszeniert „Rotkäppchen“ als Anime-Film im Terroristenmilieu. Matt Damon und Heath Ledger spielen die Brüder Grimm in einem opulenten Fantasy-Abenteuer von Terry Gilliam. Und überhaupt wäre Hollywood ohne die Drehbücher der Brüder Grimm um vieles ärmer: Hannibal Lecter oder Norman Bates aus Hitchcocks „Psycho“ – undenkbar ohne die Vorlagen vom frauenmordenden „Ritter Blaubart“ der Brüder Grimm. „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ – hat das nicht Walt Disney erfunden? Und auch in Japan hält man den „Wolf und die Sieben Geißlein“ für ein uraltes japanisches Märchen. Aber das beweist nur den unvorstellbaren Erfolg, mit dem diese Märchensammlung die Welt erobert hat. Auch 200 Jahre nach ihrem Erscheinen sind die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm noch immer die bekanntesten Geschichten deutscher Sprache in der Welt. Und das bestverkaufte deutsche Buch aller Zeiten: Grimms Märchen sind unser erfolgreichster Kulturexport. Warum gerade sie? Warum die Brüder Grimm? Warum sind die fünf erhaltenen persönlichen Handexemplare der beiden Grimms von der UNESCO im Jahre 2005 zum „Weltdokumentenerbe“ erklärt worden?

Wie kam es zum Märchen-Sammeln?

„Der Wolf und die sieben Geißlein“ auf japanisch…

Der Film gibt Antworten auf diese Fragen und erzählt, wie die beiden Wissenschaftler Jacob und Wilhelm Grimm zum Märchensammeln gekommen sind, wie sie sich gegenüber dem Kulturimperialismus Napoleons behaupteten und das romantisch-nationale Projekt ihres Lebenswerks unbeirrt weiter verfolgten. Der Film zeigt aber auch eine erbitterte Diskussion: Kann man Kindern die oft grausamen Geschichten zumuten? Schon die Brüder Grimm selbst wurden deshalb hart kritisiert, worauf sie viele Märchen „entschärften“ und in den nächsten Auflagen eine kindgerechtere Sprache wählten. Dennoch, weil soviel an Grausamkeit, Aberglaube und überholten Weltbildern in diesen Geschichten stecke, sind nach 1945 einige der Märchen von den Alliierten sogar verboten worden: Auch sie hätten mit dazu beigetragen, aus deutschen Kindern Bestien zu machen; vom Ofen der Hexe in „Hänsel und Gretel“ führe ein Weg zu den Gaskammern in Auschwitz…

Märchen in der heutigen Zeit

Riesen-Märchenbuch…

Heute sind Märchenerzählerinnen mit Grimms Märchen wieder in den Schulen unterwegs und bringen den Kindern wichtige moralische Grundwerte bei, findet Kristin Wardetzky, die Grande Dame der Erzählforschung. Neben ihr kommen u.a. im Film zu Wort: der britische Regisseur Terry Gilliam, der Illustrator Roberto Innocenti, der Märchenforscher Heinz Rölleke und Prof. Hashimoto, Leiter des Grimm-Museums im japanischen Ishibashi.

Zusammen mit Artem Demenoks Film Die Brüder Grimm – Wörtersammler ist diese Dokumentation über Leben und Werk der Brüder Grimm der Beitrag des SWR zu den bevorstehenden Grimm-Jahren: 2009 ist der 150. Todestag von Wilhelm Grimm, 2010 und 2011 jähren sich die Geburtstage der beiden zum 225. Mal, und bis 2013, zum 150. Todestag von Jacob Grimm, soll das Geburtshaus der Brüder in Hanau zu einem modernen Grimm-Kulturzentrum umgebaut werden.

Ein Film von Harold Woetzel

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