Herbsttagung der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK)

Mittwoch, 31. Oktober 2007, 16h bis 18h

Zunfthaus zur Waag (Zürich)

Sprachrichtig und einheitlich
Die Empfehlungen der SOK zur Rechtschreibung sind bereit

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr
Die deutsche Rechtschreibung war 100 Jahre lang praktisch einheitlich und unbestritten mehrheitsfähig. Jetzt ist sie innert zehn Jahren mindestens dreimal reformiert worden und bietet ein lamentables Bild. Die unzähligen Varianten machen Hausorthographien nötig, die hohe Kosten verursachen.

Die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK) will den Weg zu einer sprachrichtigen Rechtschreibung aufzeigen. Sie hat die Empfehlung „Bei Varianten die herkömmliche“ ausgegeben und rät, die willkürlichen Umlautschreibungen und falschen Herleitungen nicht zu übernehmen (behände. Quäntchen). Sie folgt in diesem und in anderen Fällen der NZZ (vgl. www.sok.ch). Die jüngsten Empfehlungen der SOK betreffen vor allem die Gross- und Kleinschreibung.

In der Schweiz gibt es seit jeher eine vernünftige Skepsis gegenüber allzu feinen Festlegungen, von denen auch der herkömmliche Duden nicht frei war. Diese Skepsis hat Walter Heuer in seinem Buch „Richtiges Deutsch“ vertreten. Seit der Reform ist gegenüber den Wörterbüchern aus Deutschland mehr Zurückhaltung angebracht denn je.

Den Hauptverantwortlichen, den deutschen Kultusministern, ist ihr Werk gleichgültig geworden. Dem Dichter Reiner Kunze sagte eine Kultusministerin, was jetzt noch an den Schreibweisen geändert werde, kümmere sie nicht mehr. Das ist schlechte Politik.

Am 31. Oktober wird die SOK ihre vorerst letzten Empfehlungen vorstellen und begründen. Zeitungen, die ihnen folgen, schreiben in grösstmöglicher Nähe zu unserer guten Literatur.

Zur politischen Grundfrage, nämlich wie sich der Staat zur Sprache verhalten soll, wird Dr. Christoph Stalder, Grossratspräsident des Kantons Bern, sprechen. In einem der Fachreferate wird auch die Lage der Schule analysiert.

Die SOK lädt die Schweizer Presse ein, zum 1. Januar 2008 die SOK-Empfehlungen zu übernehmen. Technische Hilfe stellt die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) in Form eines Open Source Dictionary, für Beratung steht die Arbeitsgruppe der SOK zur Verfügung. Die Modalitäten werden im Nachfeld der Tagung geregelt. Im Frühling wird auf einer weiteren Tagung die Lage neu beurteilt und das weitere Vorgehen besprochen.

Wir bitten Sie, sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr, an der Tagung vom 31. Oktober teilzunehmen oder einen Vertreter zu entsenden. Falls Sie es noch nicht getan haben, melden Sie sich bitte per Mail an unter rechtschreibung@sda.ch. Anmeldeschluss ist Dienstag, der 30. Oktober. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Mit freundlichen Grüssen

Filippo Leutenegger Peter Zbinden

Programm
16.00 Begrüssung durch Peter Zbinden, Präsident Sprachkreis Deutsch
16.05 Begrüssung durch Filippo Leutenegger, Verleger Medienarena, Nationalrat
16.10 Dr. Christoph Stalder, Grossratspräsident des Kantons Bern: Der Staat und die Sprache
16.20 Dr. Urs Breitenstein, Verleger: Die Liebe des Verlegers zur Sprache
16.30 Peter Müller, Direktor SDA: Die Empfehlungen der SOK
16.50 Prof. Dr. Rudolf Wachter, Universitäten Basel und Lausanne: Wie macht man eine Orthographiereform (nicht)?
17.10 Stefan Stirnemann, Lehrer, Sprachkreis Deutsch: Vom Diktieren
17.30 Diskussion, Vorstellen einer Resolution
18.00 Apéritif très riche

Wie erreiche ich das Zunfthaus zur Waag?
Es liegt im Herzen der Zürcher Altstadt (Tram bis Paradeplatz).
Parkplätze sind rar; es gibt einige auf dem Münsterhof direkt vor dem Haus und in den umliegenden Strassen. Ein Spaziergang durch die malerischen Gassen lohnt sich. Wir empfehlen Automobilisten eines der nahen Parkhäuser zu benützen.

Parkgarage Talgarten, Nüschelerstrasse 3 1

Parkhaus Central, Seilergraben

Parkhaus Bleicherweg, Beethovenstrasse 35

Schweizer Orthographische Konferenz • Postfach, 3001 Bern
Sekretariat: Frau Verena Widmer, Mail: verena.widmer@sok.ch

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