Sprachgeschichte: «German für Deutsche»

München (dpa) – Englische Vokabeln finden sich heute überall. Kritischen Zeitgenossen scheint die deutsche Sprache von Anglizismen geradezu überflutet. Diesen «Sprachwächtern» hat der Journalist und PR-Berater Jo Wüllner den Kampf angesagt.

In seinem Buch «German für Deutsche» stellt er «die 666 wichtigsten Wörter» aus dem Englischen vor. Dazu gehören längst alltägliche wie etwa «Manager», «Flirt», «Penthouse» oder «Toast», aber auch sehr spezielle Vokabeln wie «Bundle», «Bossware» oder «preppy».

Spannend sind Wüllners Anmerkungen zur Sprachgeschichte. Das Wort Manager etwa stammt aus dem Französischen und bezeichnete das Trainieren eines Pferdes. Im 19. Jahrhundert reimportierten die Franzosen dann das Wort aus dem Englischen. Ein schönes Beispiel für die gegenseitige Durchdringung der Sprachen. Mehr Sachlichkeit hätte dem Buch jedoch gut getan. Nicht jeder Anglizismus etwa in der Werbesprache ist zu loben. Ist Fragrance wirklich eingängiger als Parfüm? Und muss man unbedingt wissen, was ein «Coffee-Table-Book» ist?

Jo Wüllner: German für Deutsche. Die 666 wichtigsten Wörter zum Überleben. Albrecht Knaus Verlag, München, 384 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-8135-0514-6

Focus vom 5.3.2013

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