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Herkömmliche Rechtschreibung bei Varianten

Zürich, 1. Juni. Die Schweizer Orthographische Konferenz hat an ihrer Tagung vom Donnerstag eine Empfehlung an die Presse und die Buchverlage in der Schweiz verabschiedet, bei Varianten in der Rechtschreibung die herkömmliche Schreibweise zu verwenden.

Die Befolgung des Grundsatzes „Bei Varianten die herkömmliche“ ist nach Ansicht der Konferenz die beste Voraussetzung dafür, eine grössere Einheitlichkeit in der Rechtschreibung von Presse und Buchverlagen zu erreichen. Dies ist das Hauptziel der Schweizer Orthographischen Konferenz.

Der Grundsatz bedeutet, dass beispielsweise aufwendig (nicht: aufwändig), kennenlernen (nicht: kennen lernen), fleischfressende Pflanzen (nicht: Fleisch fressende), er hat recht (nicht: Recht) geschrieben wird.

Die Empfehlung wird auch der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK), der Bundeskanzlei und dem Rat für deutsche Rechtschreibung übermittelt.

Die Konferenz wird eine Arbeitsgruppe einsetzen, die Wörterlisten erstellen soll für Fälle, wo der Grundsatz nicht anwendbar ist, beispielsweise wenn in der neuen Rechtschreibung zwei Varianten bestehen, aber keine der herkömmlichen Schreibweise entspricht. Ebenso sollen Wörterlisten für schweizerische Besonderheiten bei der Eindeutschung von Fremdwörtern erstellt werden. Die Arbeitsgruppe wird sich ausserdem mit den Bereichen befassen, wo herkömmliche Varianten noch nicht wieder zugelassen sind.

An der Konferenz waren unter anderen die NZZ, das St. Galler Tagblatt, der
Tages-Anzeiger, die Mittelland-Zeitung, der Walliser Bote, die Basellandschaftliche Zeitung und der Zürcher Oberländer, Verlage wie Diogenes, Nagel & Kimche und Schwabe sowie die Nachrichtenagenturen SDA, AP und Sportinformation vertreten. Teilgenommen haben auch die Bundeskanzlei und Vertreter aus Deutschland wie die FAZ und der Sprachwissenschafter Horst Haider Munske (Erlangen).

Die Gesellschaft Schweizer Orthographische Konferenz will die Einheitlichkeit
der Rechtschreibung innerhalb der Presse und von Presse und Literatur in der Schweiz fördern. Gründungsmitglieder sind unter anderen Urs Breitenstein (Schwabe Verlag), Filippo Leutenegger (Jean Frey), Peter Müller (SDA), Rudolf
Wachter (Universität Basel) und Peter Zbinden (Sprachkreis Deutsch).

Notiz an die Redaktionen:
Weitere Informationen bei
Peter Müller, SDA, peter.mueller@sda.ch, Tel. 079 300 22 30,
Peter Zbinden, Sprachkreis Deutsch, pz@sprachkreis-deutsch.ch,
Tel./Fax 032 331 01 19.

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